Plot

... druckfrei den Druck freigeben

Wieder eine Hürde genommen. Die Verlegerin hat am Montag die Buchplots in der Druckerei unseres Vertrauens abgeholt. Zarbock macht die Druckfreigabe für Verleger und Autoren sehr komfortabel. Denn die Prüfung, ob die Buchdateien und damit die Drucke tatsächlich das enthalten, was drin sein soll - und nicht etwa weniger oder Falsches, lässt sich bequem machen, wenn die Plots schon fast aussehen wie die gedruckten Bücher.


Wieso eigentlich "Plot"? Ich kenne Plotten vom Segeln. Wir bestimmen damit die Position und den Kurs unseres und anderer Boote und Schiffe. Architekten machen Plots, auf denen sie zeigen, wie ein oder mehrere Gebäude zusammen mal aussehen sollen. Oder auch Filmleute. Dort ist das der Handlungsstrang einer Geschichte. Auf Englisch heißt "to plot" zum Beispiel "etwas graphisch darstellen". So kann man den Probedruck natürlich auch nennen. Und Handlungsstränge gibt es bei den Elchen auch satt.


Manche Druckereien geben die Papierbögen zur Prüfung raus. Oft nennen diese das dann "proof", englisch für Beweis, Nachweis. Oder auch "to proof", zum Beispiel "andrucken".


Bei den Bögen heißt es dann, einen beweglichen Hals zu haben. Auf einem Bogen sind die Seiten so angeordnet, dass erst durch den Zuschnitt die korrekte Reihenfolge entsteht. Auf die Bögen der Elche passen zweiunddreißig Seiten, sechzehn vorne und sechzehn auf der Rückseite. Und wo ist nun Seite drei und dann Seite vier? Diese Fragen entfallen, wenn es so läuft wie bei Zarbock. Die Bögen sind geschnitten und in den Paketen zusammengefasst, die nachher auch im gebundenen Buch drin sind.


Also übergab die Verlegerin die Plots der Autorin und dem Berater unseres Vertrauens und die beiden haben natürlich gleich mal in den ersten Band geguckt. Dabei blieb es nicht, sondern sie haben alles gründlich durchgesehen. Am Mittwoch hat sich die Autorin dann auch Band 2, Band 3 und Band 4 vorgenommen. Es ist ihr Job, denn sie kennt die Bücher - davon gehe ich doch mal aus.


Und? Detailfehler. Mal fehlt eine Leerstelle, mal ist ein Komma zu viel oder ein Buchstabe weg. Die Zauberfrage lautet: Korrigeren oder nicht? "In der Softwareentwicklung gibt es den Grundsatz: bereinige einen Fehler und du baust zwei neue ein." Unübersehbar, unsere Autorin arbeitet oft und gerne mit Informatikern und Co.


Kleinere Sachen lassen sich direkt im PDF lösen - wenn damit nicht eine ganze Zeile und ihre Nachfolger verrutschen. Für mehr muss die Autorin, beziehungsweise dann die Setzerin noch mal die Ursprungsdatei anfassen, ein neues PDF erzeugen und dann die betreffenden Seiten einzeln an die Druckerei schicken. Die bauen das dann ein. Und hier kann mein Artgenosse, der Fehler-Elch, seinen Auftritt haben.


Also stellte der Druckermeister weitere Zauberfragen: "Führen die Fehler zu Missverständnissen? Sind es mehr als eine Handvoll pro Buch, also auf zweihundert bis dreihundert Seiten?" Beides konnte die Autorin mit Nein beantworten. "Na, dann würde ich mich da auch eher zurückhalten. Entscheiden müssen Sie, die Setzerin und die Verlegerin das." Wie gut, dass das drei in einer sind, nämlich in einer Person. Das Votum war klar: "Wir lassen das so und korrigieren beim nächsten Mal."


Nächstes Mal? Wir sind da einfach mal ganz zuversichtlich. Meine Elch-Kollegen finden ja vielleicht so viel Anklang, dass wir eine zweite Auflage machen können. Das wäre fein.


Rudi Moos - Freitag, 3. November 2017


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