Oh - das O

Von der Kunst Bucheinbände zu entwickeln

In den vergangenen Tagen war noch eine Profession gefragt: Die Designerin. Also schlüpfte die Setzerin auch in diese Rolle und arbeitete Hand in Hand mit dem Berater und Bildbearbeiter unseres Vertrauens und - vor allem - mit den Profis der Druckerei Zarbock zusammen.

 

Los ging es - wieder einmal - mit einem Gespräch der Verlegerin mit dem Druckermeister. Eigentlich war sie "nur" hingefahren, um die Plots der Buchblöcke abzugeben (mein Bericht vom 3. November). Sie hatte auch ihre Entwürfe für die Einbände geschickt. Der Druckermeister verstand es, auf sehr angenehme Art klar zu machen: Das ist es noch nicht. Also steckten die beiden die Köpfe zusammen und meine vier Elch-Kollegen bekamen einen großen Kollegen dazu. Dann ging es wie auf einer Leiter für Taucher, wenn sie wieder an Bord müssen. Die haben ja lange Füße, auch Flossen genannt. Eine übliche Leiter bringt da nicht viel. Also ist bei der Taucherleiter am Bootsheck der Steg in der Mitte und die Tritte sind versetzt rechts und links. Genauso ging es mit der Entwicklung der Einbände weiter. Der Druckermeister schickt eine Idee, die Designerin und der Berater unseres Vertrauens sinnieren, ändern, machen. Der Druckermeister kommentiert. Und dann am letzten Sonntag der Endspurt. Damit Sie einmal einen Eindruck davon bekommen, hat mir die Verlegerin erlaubt, ihre e-mail an den Druckermeister hier wiederzugeben.

 

Lieber Herr ...,


anbei senden wir Ihnen die angepassten Bucheinband-Layouts der vier Elche-fangen-Bände als PDF.


elch1_einband_20171112_1925.pdf
elch2_einband_20171112_1926.pdf
elch3_einband_20171112_1926.pdf
elch4_einband_20171112_1933.pdf


Jedes PDF besteht aus zwei Seiten.
Seite 1 enthält jeweils das vollständige Layout.
Auf Seite 2 sind jeweils nur die Elemente enthalten, die wir verändert haben und noch angepasst werden müssen.


Wir haben mit odp gearbeitet.
Dies ist die Libre Office Version von Power Point.
Das Testen hierin ging damit zügiger als in indesign.


Die Rückseiten sind unverändert - abgesehen von der Höhe des Striches, der sich über den ganzen Einband zieht


Die Buchrücken (Stege) sind verändert:
o Der Schreibfluss ist nun doch in der "deutschen Art", also um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn.
o Wichtig ist uns für die Buchrücken, dass Autorenname, "Elche fangen ..." und die Bandzahl auf allen Bänden in der gleichen Höhe sind und die Bandtitel "Beraten", "Menschen", "Werkzeuge" und "Entdecken" nach oben auf der gleichen Höhe abschließen. Uns erschien ein Abstand von oberen Rand von 2 cm als angemessen.


Auf den Buchdeckeln (Vorderseiten) hat sich Folgendes verändert


o die Verteilung der Textblöcke


o Buchstabengröße: wir möchten die gleiche Buchstabengröße für den Autorennamen und den Haupttitel der Buchreihe "Elche fangen ..."


o die Position des großen Elches
rechte Kante: volle Punkte --> also etwas nach links + etwas weiter nach unten (die Oberkante haben wir 42 mm vom oberen Rand entfernt platziert)


o vier kleine Elche -> alle vier etwas kleiner und vollständig
- also: nicht überlappend und nicht abgeschnitten (in Ihrer Version vom 9.11. waren die Nase vom zweiten Elch und der hintere Teil des vierten Elches abgeschnitten)
--> Größe des einzelnen Bildes: Breite etwas über 30 mm (in Ihrer Version vom 9.11. sind die kleinen Elche etwas größer als 35 mm)

 

...

 

Wichtig war in diesen Wochen auch der Peer Desk Check der Studenten in Furtwangen. Die Autorin, die dort unterrichtet, hat gleich mal Vertreter einer Lesergruppe gefragt, was sie zu den Einbänden meinen. Da kamen am 3. und am 10. November auch einige hilfreiche Kommentare.


Und heute kamen sie dann, die Einbände "mit der Bitte um Druckfreigabe". Was die Experten bei Zarbock noch rechtzeitig gesehen hatten: "Oh, das zweite O fehlt." Nämlich in "Philosophien" auf der Vorderseite des ersten Bandes. Pu-uhu. Gut, dass so viele Menschen ein Herz für Bücher und damit auch für die Elche haben.


Kommentar der Verlegerin: "Das ist wie in der Software-Entwicklung. Im Dialog Ideen entwickeln. Machen. Hin und Her schicken. Mal eben drüber gucken. Zum Beispiel der Berater unseres Vertrauens auf die verschiedenen Stadien der Entwürfe am Sonntag. Die Software-Leute nennen das Peer Desk Check. Wie gut, dass es für die Elche so viele gute Peers gibt."


Wir wissen jetzt auch, wie viel die Bücher wiegen werden. Band 1 "Beraten" 780 Gramm, Band 2 "Menschen" 630 Gramm, Band 3 "Werkzeuge" 520 Gramm, Band 4 "Entdecken" 830 Gramm. "Da kommen vielleicht noch ein paar Gramm dazu", meinte der Druckermeister.


Kiloweise Wissen und Geschichten. Das ist doch was.


Nach der Druckfreigabe ist vor den weiteren Aufgaben. Bücher anmelden, Leserkartei anlegen. Dort werden wir Kunden, Pressemenschen und Multiplikatoren versammeln. Gerade die tun immer wieder gut. "Wie geht es den Elchen? Wann kommen sie? Ich habe meinen Kollegen schon von ihnen erzählt."


Rudi Moos - Dienstag, 14. November 2017

 

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