Barsortimente

und andere Begegnungen auf der und um die FBM17 herum

Vier Stunden auf der Buchmesse. Aus den geplanten zwei Tagen wurde ein Nachmittag, denn neben dem Erkunden der Welt des Online-Buchhandles und der Barsortimente müssen wir "zusehen, dass die Elche auf die Weide kommen." So drückte unsere Verlegerin es aus, als sie gestern in der Druckerei Zarbock die Proofprints für einige Abbildungen abholte.

 

Die vier Bücher sind seit einigen Wochen fertig gesetzt. Eine große Herausforderung ist, die Fotos und Zeichnungen in einer hohen Graustufenqualität in die Buchblöcke einzubinden. Der Berater und Bildbearbeiter unseres Vertrauens hat es geschafft - unterstützt durch unsere Setzerin und die Hinweise der Zarbock-Experten: 

(13 + 12) + (10 + 5) + (1 + 10) + (20 + 8) + das Logo + die beiden 0-1-Elche = 82 Bilder und Abbildungen

Chapeau! ("Hut ab" bedeutet das im Ehrengastland Frankreich) und Danke.


Die Zusammenarbeit mit Zarbock ist weiterhin sehr angenehm. Es gab auch wieder einmal ein spontanes "Lasst uns einen Kaffee trinken" (Band 3, Abschnitt "World Café"). Die Verlegerin und der Chef von Zarbock haben sich zum Druckereiwesen ausgetauscht. Außerdem ging es darum, was Menschen begegnet und sie bewegt, wenn sie ein Unternehmen übernehmen und auf einen guten Weg bringen. Natürlich traten dabei auch meine Elch-Kollegen auf.


Doch zurück zur Buchmesse. Zuerst ging es zu den Dienstleistungen für Verlage und Buchhandel. Es gab ein schönes Wiedersehen mit der Crew einer Druckerei aus Tschechien. Auch wenn wir uns für eine Druckerei in Frankfurt am Main entschieden haben, wollten wir uns auf jeden Fall für den guten Austausch seit der FBM16 bedanken. Das persönliche Gespräch ist einfach nicht zu toppen. Und mal eben mit dem Rad hinfahren und Printproofs abholen, ist etwas schwierig, wenn die Strecke mehr als fünfhundert Kilometer beträgt.


Der zweite Punkt auf der Agenda waren die Barsortimente. Dies sind Großhändler für die Buchhandlungen. Sie sind im neunzehnten Jahrhundert entstanden, als die Verlage die Bücher erst einmal nur broschiert auslieferten und die Bücher noch einheitlich gebunden werden mussten. Das übernahmen dann die Zwischenhändler. Das Ganze konzentrierte sich in Deutschland zunehmend auf derzeit zwei große und ein paar kleinere Anbieter. Diese Zwischenhändler nehmen nicht alle lieferbaren Bücher in ihre Kataloge auf, sondern nur die, die Erfolg, also Profit versprechend sind. Der Vorteil für die Buchhandlungen: sie können oft über Nacht ein Buch für einen Kunden besorgen, da ihr Zwischenhändler das Buch vorrätig hat.


Und wie kommen die Zwischenhändler auf einen grünen Zweig? Ganz einfach: Sie kaufen den Verlagen die Bücher nicht für den Preis ab, den der Leser bezahlt, sondern geben dem Verlag maximal die Hälfte. Warum sollte ein Verlag das tun? Vielleicht, wenn er es für sinnvoll hält, dass möglichst viele Buchhandlungen schnell auf die Bücher zugreifen können. Der Haken an der Geschichte: Die Zwischenhändler packen sich nicht etwa ihr Lager mit vielen Büchern voll, sondern die Verantwortung für die schnelle Lieferbarkeit bleibt beim Verlag. Er muss nachliefern, sobald der Zwischenhändler keine Bücher mehr hat. So verstehen wir jedenfalls das Kleingedruckte.


Wir haben mit Vertretern der zwei großen unter den Barsortimenten gesprochen. Sie waren sehr interessiert an den Elchen. Gutes Zeichen, denn andere Verlage haben uns immer mal wieder erzählt, dass es schwierig werden kann, die Bücher dort zu platzieren, wenn der Verlag jung und noch nicht so bekannt ist.


Abends in den Verlagsräumen: "Noch ein gutes Zeichen für die Elche. Nicht nur die Leser der Vorgänger, Kollegen und Klienten unserer Autorin und die Studierenden und Profs an den Hochschulen fragen, wann wir die Elche loslassen, sondern nun wollen uns auch die Barsortimente gleich haben." - "Dann lass uns doch erst einmal schauen, wie weit wir in Zeiten der Social Media mit der Elch-Verbreitung kommen. Eine zügige Lieferung ist eh unsere Aufgabe." - "Und die Anbindung an große Webanbieter müsste auch direkt gehen."


Unsere Autorin hatte auch gleich wieder eine Metapher parat: "Wenn ein Landwirt es hinbekommt, seine hochwertigen Produkte direkt an Supermärkte, Restaurants und den Endverbraucher zu verkaufen, bekommt er nicht nur zehn Cent für einen Liter Milch. Die Chance ist also größer, dass er angemessen verdient und weiter in eine hohe Qualität seines Hofes investieren kann." - "Elche auf dem Bauernhof?" - "Da und in Unternehmen, in Hochschulen und so weiter auf dem Tisch und im Bücherregal."


Bis Sonntag geht die Buchmesse noch. Wir waren als Blogger zu Gast, haben viel gesehen und erlebt und freuen uns jetzt schon auf die FBM18, denn dann wird Georgien Ehrengast sein. Ein wunderschönes Land mit faszinierenden Menschen und einer sehr alten Kultur.


Rudi Moos - Freitag, 13. Oktober 2017


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