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Barsortimente

... da sind es schon mal zwei

Vor gut einem Monat haben wir von Der Werkstatt berichtet (14 Nov 2019 Verlagsauslieferung gefunden). Dies ist die Verlagsauslieferung, deren Crew ganz wunderbare Arbeit leistet. Das haben wir in den vergangenen Wochen gesehen, denn unter anderem ging es auch um unsere Zusammenarbeit mit Barsortimenten. Hurra, es sind schon mal zwei von dreien mit im Boot. Unsere Verlegerin hat mit ihnen und dem dritten Kandidaten interessante Telefongespräche geführt, e-mails ausgetauscht und schließlich die Vereinbarungen auf den Weg geschickt. Nummer drei ist noch unterwegs. Im Impressum geben wir an, wer dabei ist.


"Warum sind denn Verlagsauslieferer _und_ Barsortimente nötig? Genügt nicht ein Großhändler?" Diese Frage hören wir oft. Die Antwort: "Nicht wirklich." Ich hab mal eine Skizze gemacht: es ist eine Brücke nötig zwischen den Verlagen und den Buchhandlungen. Und letztlich zwischen denen, denen die die Bücher schreiben und denen, die sie lesen.

 

Autor - Buch- Verlag - Verlagsauslieferung - Barsortiment - Buchhandlung - Buch - Leser : Die Brücke


Die Verlage brauchen jemanden, der die Bücher für sie lagert - jedenfalls so ein Verlag wie es der Weidenborn Verlag ist - und sie ausliefert. So eine Auslieferung arbeitet natürlich mit vielen Verlagen zusammen. Es gibt ungefähr dreitausend Verlage allein in Deutschland.


Und es gibt ungefähr sechstausend Buchhandlungen. Die haben ihre eigenen Großhändler, die Barsortimente. Sie sind im neunzehnten Jahrhundert entstanden, als die Verlage die Bücher erst einmal nur broschiert auslieferten und die Bücher noch einheitlich gebunden werden mussten. Das übernahmen dann die Zwischenhändler. Die Zahlen können Sie auch auf boersenverein.de nachlesen. Die Geschichte der Barsortimente finden Sie zum Beispiel auf Wikipedia.


Der Vorteil ist, dass weder der Verlag noch die Buchhandlungen viele einzelne Bestellungen, Lieferungen und Rechnungen machen müssen. Der Verlag hat "seine" Auslieferung und kann sich um neue Bücher kümmern, weil die aktuellen in guten Händen sind. Natürlich kümmert er sich auch um die aktuellen Bücher: Markeeeting und so, wie Taucher-Freund Klaus gerne sagt. Eine Buchhandlung bestellt einfach bei "ihrem" Barsortiment. Und wenn sie es dort nicht findet, werden die Lebensgeister einer Buchhändlerin oder eines Buchhändlers noch wacher. Dann begeben sie sich auf die Jagd: Wo finde ich das Buch, das sich mein Kunde wünscht? Beim Verlag? In einem Antiquariat? Im Ausland? Beim Autor?


Darum gehen immer noch viele Menschen gerne in ihre Lieblingsbuchhandlung. Sie wissen, dass ihr Buchhändler sie gut beraten kann und auch auf Bücherjagd geht. Unsere Autorin hat vor ein paar Jahren ein Autobiographie einer Inderin gesucht. Gefunden hat der Buchhändler das Buch schließlich in Kanada und zwei Monate später war es da. Nicht lang, finden wir, wenn es um ein seltenes Buch geht. Elche und Aale treten ja zum Glück häufig auf. Und da wir nun durch die Zusammenarbeit mit Der Werkstatt und zwei Barsortimenten die Brücke zwischen Autor und Leser vervollständigen konnten, geht es mit der Lieferung noch schneller.


Natürlich wollen alle drei - Verlagsauslieferung, Barsortimente und Buchhandlungen - auch Geld verdienen. Darum muss ein Verlag diesen dreien etwas von dem Geld abgeben, das die Bücher letztlich für die Leser kosten. Ziemlich viel sogar. Trotzdem: das Schöne ist, dass wir nun wieder mehr Zeit dafür haben, dass unsere Bücher entstehen und die Menschen von ihnen erfahren.


Jedenfalls müssen Santa und ich nicht so viele Bücher auf unseren Schlitten packen, obwohl wir das natürlich sehr gern machen. Ich muss dann auch mal wieder los: noch eine Woche bis Weihnachten … 


Rudi Moos - Dienstag, 17 Dezember 2019


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